Erfahrung schon seit 1987
Die
Schmerzklinik ist
nach § 40 SGB V von allen
gesetzlichen Krankenkassen als
Rehabilitationseinrichtung anerkannt (von den Privatkassen als
gemischte Krankenanstalt) und auch beihilfefähig.
SCHULTERSCHMERZEN
Schmerzen (in) der Schulterregion
Teil -2- (Fortsetzung von www.schulterschmerzen.eu)
Therapeutische Lokalanästhesie
(= Behandlung mit einem
örtlichen Betäubungsmittel
bzw.
Lokalanästhetika)
bei
Schmerzen in der
Schulterregion:
Bei anhaltenden Schulterschmerzen, unabhängig von den Ursachen, sollten
rechtzeitig alternative Methoden eingesetzt werden. Insbesondere bei
Schulterschmerzen ist eine sehr wirksame Alternative, ohne jedes Gewöhnungs-
oder Suchtpotential, die therapeutische Lokalanästhesie mit einem lang wirkenden
örtlichen Betäubungsmittel (z.B. Bupivacain) in Form von örtlichen
Betäubungen und
Nervenblockaden. Dabei wird das Schul
tergelenk wiederholt (stationär bei
uns zwei mal täglich) großzügig perikapsulär
(= um die Gelenkkapsel herum)
infiltriert.
Das
Gelenk kann auch
mit "Zeel" umspritzt werden, was manchen Patienten mit "homöopathischer"
Grundeinstellung sehr entgegen kommt.
Eine weitere Möglichkeit ist die gezielte Infiltration von Triggerpunkten
(= kleine Reizzonen hpts. in der
Muskulatur)
im Schul terbereich nach
vorheriger Identifizierung derselben.
Als nächst höhere Therapiestufe kommen wiederholte
Blockaden (=
Betäubungen) des Nervus
suprascapularis in der Incisura suprascapularis
(= kleine Kerbe am Oberrand des
Schulterblattes) in Frage. Über diesen Nerv werden die Schmerzempfindungen aus dem Schul
terbereich fortgeleitet.
Bei hartnäckigen und heftigen Schulterschmerzen hat sich die sog.
kontinuierliche, retrograd hohe Betäubung des P
lexus brachial
is (= Armnervengeflecht) mit Katheter sehr bewährt.
Dabei wird ein dünner Kunststoffschlauch (Katheter) nahe der Achselhöhle
in die Nervenscheide des Armnervengeflechts eingepflanzt und innerhalb derselben
noch weiter nach oben vorgeschoben. Die Einpflanzung erfolgt durch eine
handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht „aufgeschnitten“ werden. In
der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der
vorangegangenen Dosis, das
örtliche Betäubungsmittel
völlig schmerzlos nachgespritzt.
Während dem Einspritzen und noch kurze Zeit danach wird der Oberar
m mit einer Manschette abgestaut, so daß die Betäubungsmittellösung
innerhalb der Nervenscheide nach oben getrieben wird und so auch im Schul
terbereich schmerzlindernd wirken kann.
Bei Schulterschmerzen kann auch die kontinuierliche, interskalenäre
(= zwischen
Muskeln im
seitlichen, unteren Halsbereich)
Blockade des P
lexus brachial is
durchgeführt werden, allerdings ist diese Methode mit einem etwas größeren
Risiko behaftet.
Das örtliche Betäubungsmittel wird bei dieser
Schmerzbehandlung
so dosiert, dass die grobe Kraft erhalten bleibt (bei gleichzeitiger Hemmung
der Schmerzreizleitung), damit begleitend krankengymnastische
Übungsbehandlungen möglich bleiben.
Dass die schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit
hinaus anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung
auch die sog. vegetativen
Nerven
betroffen sind (Sympathikolyse),
woraus im behandelten Körperbereich eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung
resultiert. Dies ist der Grund, warum diese Behandlungsmethode besonders bei
Schmerzen, die durch entzündliche oder auch degenerative
(= abnutzungsbedingte)
Prozesse entstanden sind, hilfreich ist,
weil sie diesen Schmerzursachen kausal
(= ursächlich) entgegenwirkt. Gleiches gilt
für auch Schmerzen im Rahmen einer
Nervenerkrankung,
da eine verbesserte Durchblutung auch den Nervenzellstoffwechsel optimiert. Nach
neueren Erkenntnissen vermag eine solche intensive Blockadebehandlung auch das
sog. Schmerzgedächtnis zu löschen.
Physikalische
Therapie bei Schmerzen in der
Schulterregion
Auch eine Elektrostimulation kann eine Beschwerdelinderung herbeiführen. Die
transkutane Nervenstimulation mit Niederfrequenzgenerator (TENS) hat
den Vorteil, daß sich die Patienten bei Bedarf selbst behandeln können. Die
Elektroden werden paarig über dem Gelen k aufgeklebt. Durch
Veränderung der Stimulationsfrequenz und der Elektrodengröße kann die Wirkung
optimiert werden.Auch eine sog.
Hochtontherapie kann sehr hilfreich sein.
Eine weitere physikalische Behandlungsmöglichkeit ist die oberflächliche
Kältetherapie im Schmerzbereich.
Manche Patienten mit Schulterschmerzen empfinden allerdings lokale
Wärmeapplikationen (Rotlicht) als besser wirksam. Warme Bäder können
ebenfalls Schmerzen lindern.
Die Verordnung von Massagen ist auch bei Schulterschmerzen nicht
sinnvoll. Für den Patient mag diese Behandlung zwar angenehm sein, aber unter
schmerztherapeutischem Aspekt bringt sie nichts und führt nur zu unnötigen
Kosten.
Nahezu unverzichtbar ist aber die heilgymnastische Therapie, da meist nur
diese geeignet ist, Gelenkfunktionen zu fördern bzw. zu erhalten.
Auch eine
Magnetfeldtherapie (pulsierende
Signaltherapie) soll anhaltend schmerzlindernd wirken.
Andere
Therapiemaßnahmen bei
Schmerz en in der
Schulterregion
Der Vollständigkeit halber darf die
Akupunktur zur Behandlung chronischer Schmerzen nicht unerwähnt
bleiben.
Hypnoide
(=
bewußtseinsverändernde) Verfahren
wie autogenes Training oder progressive Relaxation nach Jakobson sind im Rahmen
der
psychologischen Schmerztherapie eine sinnvolle Ergänzung der
Gesamtstrategie. Bei chronischen Schulterschmerzen ist auch ein
Schmerzbewältigungstraining sinnvoll.
Die invasiven (= in den Körper eindringenden) Therapiemethoden der speziellen Schmerz-therapie setzen eine sehr gründliche fachärztliche Ausbildung voraus, weshalb sie nur in wenigen therapeutischen Einrichtungen angeboten werden können. Insbesondere sind die kontinuierlichen Blockaden mittels eingepflanztem Katheter in Deutschland nur in ganz wenigen Schmerzzentren (Schmerzkliniken) durchführbar, so z.B. in Bad Mergen theim.
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